Altersgerechte Badsanierung

In den meisten Fällen entschließen wir uns für die Badsanierung aus zweierlei Gründen. Der erste und häufigste Grund für eine Badsanierung ist zumeist das Alter des zu sanierenden Bades. Verschleiß und Abnutzung der Sanitärobjekte (Waschtisch, WC-Becken, Badewanne und/oder Duschtasse) sowie eine veraltete Installationstechnik veranlassen uns, ein Bad zu erneuern. An zweiter Stelle und häufig im Anschluss an den ersten Grund, unterziehen wir unsere Bäder einer Rundumerneuerung aus ästhetischen Gründen: Ein neuer und schicker Look verspricht höheren Komfort. Was bei der Planung eines neuen Badezimmers jedoch häufig außer Acht gelassen wird, ist die Frage nach der vorausschauenden Nutzung des Badezimmers. Wer denkt schon daran, was einmal sein wird oder sein könnte. Das Maß aller Dinge, ist zumeist das Hier und Jetzt und unsere akute Situation. Und genau hier sollte man noch einmal in sich gehen.

Die Sanierung bzw. Modernisierung eines Badezimmers ist eine mitunter recht kostspielige Angelegenheit. Demgemäß will wohl überlegt sein, was wie und in welchem Umfang saniert werden soll. Was wird benötigt? Badewanne oder Dusche? Eine Kombination aus beidem? Ebenerdig oder mit Tasse?  Hänge-WC, Waschbecken, Heizung, etc.? Wer die Wahl hat, hat die Qual! Wie bereits gesagt, maßgeblich für unsere Wahl ist in aller Regel unser Hier und Jetzt. Doch gerade diese beiden Parameter sind nicht immer die besten Berater, wenn es darum geht vorausschauend zu planen, denn erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Ohne allzu fatalistisch klingen zu wollen: Ein/e jede/r von uns kennt jemanden, der jemanden kennt, dem das Leben so richtig in den Allerwertesten getreten hat. Ein Unfall, eine Erkrankung und zack, vom einen auf den anderen Tag ist nichts mehr, wie es einmal war. Doch auch ganz ohne Fatalismus, ist es unabdingbar, dass der Zahn der Zeit an uns allen nagt und wir uns früher oder später mit den Fragen des Alterns auseinanderzusetzen haben. Und genau darum geht es hier.

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist ein Begriff, der uns vor allem im öffentlichen Raum immer wieder begegnet. Dabei geht es klassischer Weise um Zugänge zu öffentlichen Räumen im weitesten Sinn und deren Erreichbarkeit mit dem Rollstuhl z. B. Als nicht Betroffene neigen wir dazu, dieses Thema, wenn auch nicht zu übersehen, dann doch zumeist auszublenden. Und an dieser Stelle kommen wir zurück zur Planung des neuen Badezimmers.

Wir planen unsere Badezimmer in aller Regel dann, wenn wir körperlich fit sind; doch eben dabei sollten wir uns vorausschauend auch über die zukünftige Anpassbarkeit des Bades an das Wohnen im Alter Gedanken machen. Dabei lautet die Devise: Reduzieren der Barrieren für mehr Komfort.

Üblicherweise werden derartige Nachteile im Zuge der Modernisierung zwar behoben, sprich, alte Sanitärobjekte werden durch neue ersetzt und die im Laufe der Zeit anfällig gewordene Installationstechnik erneuert. Doch sollte die anstehende Modernisierung ebenso dazu genutzt werden, das Bad den Anforderungen entsprechend, die ein zunehmendes Alter bzw. etwaige auftretende körperliche Einschränkungen mit sich bringen können, vorzubereiten.

Welche Aspekte sollten für den Umbau berücksichtigt werden?

Sinn und Zweck eines barrierefreien Bades ist es, für den Fall, dass es zu körperlichen Einschränkungen kommt, sicher zu stellen, dass die Körperhygiene bis zu einem gewissen Grad eigenständig durchgeführt werden kann. Damit dies gelingen kann, gilt es verschiedene Voraussetzungen bei der Gestaltung des neuen barrierefreien Bades zu erfüllen, die in der aktuellen Norm zum barrierefreien Umbau definiert sind. Darüber hinaus können unter bestimmten Umständen staatliche bzw. durch die Pflegekasse bereitgestellte Förderungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden, die insbesondere in finanzieller Hinsicht entlastend wirken.

Wie bereits angedeutet ist ein barrierefreier Umbau des Badezimmers unter Umständen recht kostenintensiv. D. h. es ist wichtig, sich im Vorfeld im Klaren darüber zu sein, was wirklich benötigt wird und wie und an welchen Stellen Kosten eingespart werden können.

Ein erster und zugleich teurer Faktor ist die Aufteilung des Badezimmers. Ist es notwendig, beispielsweise Wände zu versetzen, um den Zugang zu erleichtern, oder lässt sich durch geschickte Planung ein Eingriff in konstruktive Bauteile vermeiden? Zu beachten ist zudem, dass mit dem Versetzen von Wänden auch häufig das Versetzen der Rohrleitungen verbunden ist.

Sind die Fragen bezüglich der Aufteilung des barrierefreien Badezimmers geklärt, geht es im nächsten Schritt darum, die passenden Sanitärobjekte (ebenerdige Dusche und Ähnliches mehr) und Ausstattungen auszuwählen. Hier sollte insbesondere darauf geachtet werden, sowohl im Hinblick auf die Technik als auch bezüglich gestalterischen Fragen, die Produkte auszuwählen, die auch langfristig ihren Zweck erfüllen. Welche Objekte für diesen Zweck in Frage kommen ist nicht unbedingt einfach zu beantworten. Einen ersten Überblick kann man sich jedoch auf den Seiten des Kompetenznetzwerks für barrierefreie Lösungen verschaffen. Selbstverständlich stehen auch wir beratend zur Seite.

Zu guter Letzt ist es ratsam sich Gedanken darüber zu machen, welche weiteren Hilfsmittel benötigt werden könnten, um auf alle Eventualitäten entsprechend reagieren zu können. Diese Hilfsmittel können unter Umständen auch ohne einen Umbau des Badezimmers angebracht werden. Auch vermeintlich simple Dinge, wie rutschfeste Wand- und Bodenfliesen beispielsweise, können eine große Erleichterung sein und sollten daher unbedingt in Erwägung gezogen werden.