Eine neue Heizung für mehr Klimaschutz

„Wenn es um Klimaschutzziele geht,“ so Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer des Haus- und Systemtechnikherstellers Stiebel Eltron, „führt an einer Erneuerung der Heizungen in Deutschland kein Weg vorbei“, denn „[m]it der Umstellung von Ölkessel auf klimafreundliche Wärmepumpen lässt sich weitaus schneller CO2 einsparen als mit dem Umstieg von Verbrennermotoren auf Elektroautos.“

Um CO2 einzusparen und so die Klimaziele zu erreichen, kann eine neue Heizung also durchaus den Schritt in die richtige Richtung bedeuten. Die heimische Heizung nimmt eine Schlüsselposition in der Klimadebatte ein, soviel ist klar, und die Modernisierung von Heizungsanlagen sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden – vor allem der Umwelt wegen.

Mit derzeit etwa 20,7 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland, von denen laut Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie, kurz BDH, nahezu 5,5 Millionen mit Erdöl befeuert werden, sind nur etwa 700.000 Heizungen auf dem aktuellen Stand der Technik. Dies hat zur Folge, dass ein Großteil der in Deutschland installierten Heizungsanlagen einen ineffizienten Energieverbrauch aufweist, sprich zu viel CO2 ausstößt. Dabei spielt allerdings nicht nur die Befeuerungsart eine gewichtige Rolle, auch das Alter des jeweiligen Heizsystems beeinflusst maßgeblich die Energiebilanz. Schätzungen zu Folge sind in Deutschland nahezu die Hälfte der verbauten Heizungssysteme nicht mehr auf nicht auf dem aktuellen Stand der Technik, d. h. 15 Jahre oder älter und somit quasi nicht mehr up to date.

Um die Klimaziele also effektiv umzusetzen, bedarf es einer Steigerung der Modernisierungsquote. Effizienzsteigerung bei der Einhaltung der Klimaziele heißt allerdings nicht, alte Heizkessel durch neue zu ersetzen. Viel mehr geht es darum, das gesamte Heizungssystem dahingehend zu optimieren, dass es auch nachhaltig dazu beiträgt, CO2 einzusparen. Welche neue Heizung für Sie in Frage kommt ist jedoch nicht so mir nichts dir nichts zu beantworten, denn die Möglichkeiten sind vielfältig. Um in dem großen Angebot verschiedener Heizungssysteme den Überblick zu behalten und die zu den eigenen Bedarfen passende neue Heizung zu finden, ist es deshalb ratsam, sich von einer Fachfrau oder einem Fachmann beraten zu lassen und alle Möglichkeiten zu erwägen. Ob Haus oder Wohnung, Neubau oder Sanierung: unterschiedliche Voraussetzungen, verlangen unterschiedliche Lösungen:

Während Bauherren und Damen bei einem Neubau relativ frei in ihrer Wahl sind, so sind bei einer Sanierung eines bestehenden Gebäudes die Möglichkeiten einer neuen Heizung meist deutlich eingeschränkter. Insbesondere dann, wenn es um zukunftsorientierte Lösungen geht, gilt es einige Faktoren zu bedenken. Gerade in Rücksicht auf das Klima, liegt es nahe beim Gedanken an eine neue Heizung, Systeme wie Pelletheizungen, Wärmepumpen oder Solarthermie ins Auge zu fassen. Doch jeder Wärmeerzeuger kann nur dann sein volles Potential entfalten, wenn die neue Heizung richtig kombiniert bzw. in die Gebäudetechnik integriert wird, was naturgemäß bei einem Neubau deutlich einfacher durchzuführen ist als bei einem bestehenden Gebäude.

Bei der Modernisierung der Heizungsanlage in einem bestehenden Gebäude oder Altbau gestaltet es sich, wie gesagt, etwas komplizierter. Eine bestehende Heizstruktur und gesetzliche Vorgaben bei der Auswahl der neuen Heizung sind nur zwei der vielen zu berücksichtigenden Faktoren.

Welche Heizungsanlage also in Frage kommt hängt nicht zu Letzt von der jeweiligen Immobilie ab.

Neue Heizung – welches System ist das richtige?

Neben Öl- und Gasbrennwerttechnik zählen Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Fernwärme und Solarthermie zu den gängigsten Heizsystemen. Bis auf die Fernwärme, wird bei all diesen Heizungen die Wärme im bzw. am Haus selbst erzeugt. Allein bei der Fernwärme, kommt die Wärme aus einem Kraftwerk – Verbrennung von Holz, Öl, Gas oder Kohle – und wird von dort aus zum Haus geleitet, sie benötigt also keinen Wärmeerzeuger im eigenen Gebäude. Wie die Namen schon sagen, werden Ölheizungen mit Heizöl und Gasheizungen mit Erdgas befeuert, verbrauchen also fossile Brennstoffe. Wärmepumpen gewinnen Energie aus der Umwelt, aus Wasser, Luft oder dem Erdboden und produzieren Strom – sofern sie elektrisch betrieben werden – nahe zu kohlenstoffneutral.  Biomasseheizungen benötigen in der Regel Holz in Form von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten, um Wärme zu erzeugen. Solarthermie bedient sich, wie wir alle wissen, der Sonne.

Eine neue Heizung zu installieren kann also erwiesenermaßen dazu beitragen, den Klimawandel aufzuhalten und ermöglicht es jeder Eigentümerin und jedem Eigentümer, den eigenen CO2-Fußabdruck, den eigenen CO2-Verbrauch zu reduzieren.

Ja zur neuen Heizung

Alles schön und gut. Das mit dem Klimaschutz ist weitestgehend angekommen. Und die allermeisten von uns sind auch wirklich willens, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Auch dies zeigen verschiedene Umfragen und Untersuchungen. Doch eine neue Heizung kann auch mit relativ hohen Kosten verbunden sein. Dabei ist es nicht nur die Anschaffung der neuen Heizung, die kostenintensiv sein kann, auch die laufenden Kosten (Wartung und ähnliches) können höher ausfallen. Deshalb ist auch hier Planung alles. In Beratungsgesprächen mit einer Fachfrau oder Fachmann Ihres Vertrauens sollten Sie sich das Verhältnis von Anschaffungspreis und laufenden Kosten oder Zusatzanschaffungen genau anschauen und die daraus gezogenen Schlüsse in die Entscheidungsfindung einfließen lassen. Amortisation der Investitionskosten beispielsweise, kann dabei ein entscheidender Faktor sein.

Auch von staatlicher Seite sind wir angehalten, aktiv an der Einhaltung der Klimaziele mitzuwirken. Die Politik hat erkannt, dass dies allerdings ohne Unterstützung seitens der Regierung nicht funktionieren kann. So bringt das erst kürzlich auf den Weg gebrachte Klimapaket der Bundesregierung eine Entlastung derjenigen Verbraucher, deren Verhalten zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes führt. Deshalb soll der Umstieg auf umweltfreundlichere Heizsysteme aktiv gefördert werden. Seit Anfang 2020 werden umweltfreundliche Heizungen in noch nie gekanntem Ausmaße staatlich gefördert und auch zukünftig sind weitere Entlastungen der Verbraucherinnen und Verbraucher geplant. Eine Versteuerung fossiler Brennstoffe durch den Staat in den Bereichen Wärme und Verkehr in Form einer CO2-Abgabe soll darüber hinaus dazu führen, die Verwendung erneuerbarer Energien attraktiver zu gestalten.

Wenn Sie sich also für eine neue Heizung entscheiden, sprechen Sie uns gerne an und gemeinsam klären wir, was es zu berücksichtigen gilt, um den Umstieg für alle Beteiligten zu einem Erfolg werden zu lassen.