Rohre frostfrei halten

Wenn auch nicht kalendarisch, so doch meteorologisch: winter is coming und zwar ganz sicher. Doch auch wenn wir hier keine Meteorologen sind, sondern Ihre Anlagenmechaniker, Ihr Installateure, Ihr Klempner vom Dienst, so seien Sie trotzdem versichert: Wenn’s kalt wird, kommt es häufig auch zu Problemen mit Rohrleitungen und daraus resultierend Heizungsanlagen. Als Klempner kenne ich diese Problematik nur allzu gut.

Die Temperaturen sinken in den Keller, die Dächer sind reifüberzogen und die Straßen glatt. Ohne Pullover und Schal geht längst nichts mehr. Alles Zeichen dafür, dass der Winter und mit ihm der Frost Einzug hält. Wie auch wir uns an die neuen Witterungsbedingungen anpassen müssen, so wird es auch aller höchste Zeit, Ihr Eigenheim für die kalte Jahreszeit fit zu machen.

Sie fragen sich, wieso? Nun das zu beantworten ist im Grunde genommen ganz simpel. Kalte Temperaturen führen zu Frost. Und Frost entsteht, wenn aufgrund der niedrigen Temperatur Wasser zu Eis wird. Wasser bietet dem Frost eine Angriffsfläche und kann gravierende Folgen nach sich ziehen. Und unsere Häuser sind gewissermaßen voll von Wasser: In den Wänden Ihres Hauses sind Rohrleitungen verbaut, die Wasser durch Ihr Haus transportieren. Und hat sich der Frost dort einmal breitgemacht, kann es schnell unangenehm werden.

Jeder hat sicherlich schon mal einen Gartenteich, wenn nicht besessen, so doch gesehen. Und jedem von uns ist klar, dass, wenn die kalte Jahreszeit anbricht, Teiche wie auch andere stehende Gewässer dazu neigen, zu zufrieren. Das Stichwort ist hier: stehendes Gewässer. Was hat das all das nun mit Ihrem Haus zu tun?

Das charakteristische eines stehenden Gewässers ist? Na? Ja! Richtig. Es steht. Und stehendes Wasser begegnet uns auch in unseren Eigenheimen, und das nicht notwendigerweise nur im idyllischen Gartenteich. Hier geht es, wie bereits angedeutet, um die in Ihrem Haus verbauten Rohrleitungen, denn diese verhalten sich im Winter ganz genauso wie Gartenteiche: Sie können zufrieren. Das liegt daran, dass sich insbesondere in Rohren, die nicht ausreichend durchgespült werden, Wasseransammlungen bilden können, die – wie bei unseren Gartenteichen im Winter – gefrieren und so die Leitung beschädigen können. Es kann aufgrund der frostbedingten Ausdehnung des Wassers zu Brüchen oder Rissen an den Rohrleitungen kommen und in der Folge auch zu Heizungsausfällen, die nicht nur unangenehm sind, sondern zumeist auch die Betreuung durch einen erfahrenen Klempner bzw. Installateur notwendig machen.

Um die Ihr Haus durchziehenden Rohrleitungen vor Frostschäden zu bewahren, empfehlen wir Klempner zunächst und ganz grundsätzlich, die Rohrleitungen auf etwaige Schwachstellen hin zu überprüfen. Dabei geht es in erster Linie um jene Rohre, die sich im nicht-frostgeschützten Außenbereich befinden und normalerweise nicht ausreichend beheizt werden. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht auch im Innenbereich, so dieser nicht ausreichend abgedichtet ist, zu Beschädigungen der Rohrleitungen kommen kann. Schlecht isolierte bzw. abgedichtete Fenster zum Beispiel können dabei eine mögliche Schwachstelle sein, die es dem Frost ermöglicht, auch in die inwendigen Rohrleitungen einzudringen. In den Außenbereichen jedoch stellen insbesondere Garten- oder Sprengwasserhähne, deren Leitungen ebenfalls zumeist inwendig verlegt sind, häufig eine Angriffsfläche für den Frost dar.

Grundsätzlich empfehlen wir als Klempner, dafür zu sorgen, dass stets eine minimale Beheizung aller Räume stattfindet. Schalten Sie Ihre Heizung also niemals komplett aus. Insbesondere diejenigen Räume, die nicht bewohnt oder genutzt, d. h. nicht primäre Aufenthaltsorte sind, sollten dabei nicht außer Acht gelassen werden. Gleiches gilt natürlich bei Abwesenheit. Bei einem Ferienhaus zum Beispiel, das in den kalten Wintermonaten nicht oder kaum genutzt wird, sollte eine Minimaltemperatur von etwa 10 Grad in keinem der Räume unterschritten werden, da es sonst, wie oben beschrieben, du Schädigungen der Rohrleitungen kommen kann.

Eine weitere erfolgversprechende Möglichkeit, dem Frostbefall gerade in den Außenbereichen zuvorzukommen, können frostsichere Außenarmaturen sein. Diese haben den Vorteil, dass sie, nach dem das Wasser innen abgesperrt wurde, sich selbst entleeren und so verhindern, dass die inwendig verlegten Rohre zufrieren und in der Folge beschädigt werden. Bei Außenarmaturen gilt es jedoch zu beachten, dass diese nicht mehr mit dem Gartenschlauch verbunden sind. Ist der Gartenschlauch während der Entleerung noch angeschlossen, kann das Wasser nicht vollständig herauslaufen und das verbleibende Wasser ist dem Frost schutzlos ausgeliefert. Geplatzte Rohre sind da nicht selten vorprogrammiert und die Konsultation eines Klempners unabdingbar.

Bei der Entleerung der Rohre ist zudem darauf zu achten, dass nicht nur der Entleerungshahn, sondern natürlich auch der Hahn, an dem ein Gartenschlauch angeschlossen werden kann, geöffnet ist. Nur so kann sich das Rohr mit Luft füllen, die wiederum das Wasser verdrängt.

Darüber hinaus kann dem Frosteinzug dadurch Paroli geboten werden, dass sogenannte Begleitheizungen angebracht werden. Manchmal kann es wie gesagt sein, dass Wasserleitungen nicht ausreichend vor Frost geschützt werden können. Wir hatten hier die Außenbereiche ins Auge gefasst. In diesem Fall kann es hilfreich sein, Ihren Klempner hinsichtlich einer Rohrbegleitheizung zurate zu ziehen. Die Aufgabe dieser Rohrbegleitheizung besteht darin, zu verhindern, dass z. B. in Garagen verlegte Wasserleitungen nicht zufrieren und in der Folge gar platzen. Begleitheizungen sind im Grunde kabelförmige Elektroheizungen, also strombetrieben und nicht vom Wasser abhängig, die am Rohr selbst befestigt werden und dieses von außen beheizen, also die Rohrleitungen mit ausreichend Wärme versorgen und dem Frost dadurch gewissermaßen die Stirn bieten.

Zu guter Letzt und insbesondere eines äußerst geringen Aufwands wegen hat sich eine weitere Präventivmaßnahme als äußerst effizient herausgestellt: das gute alte Frostschutzmittel. Die meisten von uns kennen es von unseren Autos und Form des Scheibenfrostschutzmittels. Auf ähnliche Weise funktioniert es auch bei den Rohren bzw. Heizungsanlagen. Es gibt Heizungsanlagen, die die Anwendung spezieller Frostschutzmittel erlauben. In vielen Fällen wird jedoch eine Benutzung desselben ausdrücklich nicht empfohlen. Da es bei der Verwendung von Frostschutzmitteln in Heizungsanlagen durchaus einiges zu beachten gilt (Erlaubt meine Heizungsanlage die Nutzung von Frostschutzmitteln? Welches Frostschutzmittel eignet sich? Welche Menge wird benötigt? Etc.), empfehlen wir Ihnen, den Klempner und Installateur Ihres Vertrauens unbedingt hinzuzuziehen. Die Anwendung von Frostschutzmitteln führt zu Veränderungen hinsichtlich der Dichte des Wassers und diese Veränderung der Wasserdichte verhindert, einfach ausgedrückt, schlicht, dass dieses gefriert. Jedoch hat diese veränderte Wasserdichte darüber hinaus zur Folge, dass auch der Wärmetransport verändert wird bzw. beeinträchtigt werden kann. Wenn Sie also auf der sicheren Seite sein wollen, in dem Sie Ihr Haus quasi winterfest machen, empfiehlt es sich, die hier behandelten Aspekte zu berücksichtigen. Und wie immer gilt: Bei Fragen rund um die hier behandelten Themen stehen wir als Klempner bzw. Installateure Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.